Artportrait

Zusammengesetzte Jochtrüffel (Youngiomyces multiplex) - Zygomyceten



Youngiomyces multiplex (Thaxter) Yao 1995 - Zusammengesetzte Jochtrüffel (Deutscher Name aus Eigenübersetzung, da nicht herauszufinden)

Fruchtkörper: Rundlich bis elliptisch, klein, < 1,5 cm; rein weiß bis satt gelb (laut Montecchi auch rot); mit bloßem Auge gerade noch wahrnehmbar, dass der Fruchtkörper sich aus vielen kleinen Einzelteilen zusammensetzt.

Peridie: fehlend; zwischen dem Fruchtkörper-Granulat befindet sich ein teilweise stark verdichtetes Myzelgeflecht.

Gleba: Aus einzelnen kugelartigen Gebilden bestehend, jeweils mit eigener Membran; leicht voneinander zu trennen. Die Sporen sind schon mit einer Lupe zu erkennen.

Geruch: Geruch angenehm süßlich; laut Montecchi nach Karamel.

Ökologie: Mediterrane Art auf sandigen Böden. Unsere Funde stammen aus einem küstennahen Pinienwald. Wohl aber auch in der Humusschicht von Laubbäumen.

Bedeutung: Speisewert unbekannt. Im Mittelmeer-Raum wohl weit verbreitet, in Deutschland bislang nicht gefunden.

Mikromerkmale: Zygosporen typisch groß; bis zu 120 µm, rund(lich), mit dicker Außenwand.


Artabgrenzung: Anhand der aus einzelnen Kügelchen zusammengeschichteten Fruchtkörper und der hellen Farbe leicht zu erkennen und nicht zu verwechseln. Absicherung unter dem Mikroskop mittels der riesigen Zygosporen notwendig.

Funddaten: Italien (Toskana) im Februar.

Anmerkung: Bei den aus Deutschland gemeldeten Funden, die in Hypogäensucherkreisen herumgeistern, handelt es sich um deformierte Fruchtkörper von Tuber rufum, die aufgrund eines Befalls mit einem Schimmelpilz/Bakterium steril sind. Wenn also keine Sporen gefunden werden können, ist davon auszugehen, dass es sich um eine -> infizierte Tuber rufum handelt.
Dennoch sollten die Funde gut dokumentiert und herbarisiert werden oder bei Möglichkeit sogar einer DNA-Sequenzierung zugeführt werden.