Bestimmung von Trüffelfunden

Die folgenden dokumentierten Funde habe ich mit meinem Hund Winnie (seit dem 3.1.2013) und später (ab Januar 2014) mit Milano gemacht. Sie werden ständig erweitert und sollen Interessierten bei der Bestimmung eigener Funde helfen. Es wird allerdings ausdrücklich keine Gewähr für die Richtigkeit der Bestimmungen sowie jegliche Angaben zur Essbarkeit übernommen.

Viele Hypogäen lassen sich mit etwas Erfahrung schon im Feld anhand äußerer Merkmale (v.a. Gleba und Geruch) bestimmen. Deshalb habe ich einen Bestimmungsschlüssel zur makroskopischen Bestimmung von Hypogäenfunden verfasst, der aber noch verbessert und weiterentwickelt wird/werden muss. Für kritische Anmerkungen bin ich dankbar. Die aktuelle Fassung steht jeweils hier zum Download zur Verfügung.

 

Makroskopischer Hypogäen-Bestimmungsschlüssel (Version 1.2)


Für Detailbescheibungen klicken Sie auf die jeweilige Trüffelart.

 

Ascomyceten: Tuber rufum infected



Tuber rufum (infected) - Rotbraune Trüffel (infiziert)

Fruchtkörper: Heterogen im Erscheinungsbild, wohl je nach Stärke des Befalls; von rundlich, nur leicht warzigen Fruchtkörpern bis hin zu komplett verwachsenen.

Peridie: Gelblich bis rötlich, warzig, teilweise kugelig und verwachsen.

Gleba: Glatt bis gefaltet; hell, steril.

Geruch: Teilweise noch typisch nach Räucherschinken.

Ökologie: Diverse Baumpartner (v.a Kiefer).

Bedeutung: Mysteriös; Vorgang noch nicht abschließend geklärt. Sollte dokumentiert werden. Von einem Verzehr ist abzuraten.

Mikromerkmale: Steril, keine Sporen auffindbar. Wenn noch eine Peridie vorhanden ist, kann die hyphige Peridienstruktur untersucht werden.


Artabgrenzung: Schwierig. Häufig meint man, etwas besonderes gefunden zu haben. Wenn aber unter dem Mikroskop keine Sporen zu finden sind, muss man davon ausgehen, dass es sich um eine befallene Tuber rufum handelt.

Anmerkung: Die Hypogäe scheint von einem Bakterium oder einem parasitischen Pilz befallen zu sein und wird so steril, bildet also keine Sporen mehr aus. Zudem verwachsen die Fruchtkörper mal mehr mal weniger auf diese eigentümliche Art. Bei allen zweifelhaften Funden dieser Art, die bislang genauer per DNA-Sequenzierung untersucht wurden, stellte sich letztendlich heraus, dass es "nur" eine Tuber rufum war. Wenn die Möglichkeit besteht, wäre es aber zur Absicherung sicher wertvoll, wenn eine DNA-Sequenzierung vorgenommen wird, um Erkenntnisse zu gewinnen.
Als Beleg stehen bislang aber nur Untersuchungen einzelner (G. Hensel, P. Alvaraodo/Spinoly) zur Verfügung.