Artportrait

Sommertrüffel (Tuber aestivum) - Ascomyceten



Tuber aestivum - Sommertrüffel Vittadini 1831
syn. Tuber uncinatum - Burgundertrüffel

Fruchtkörper: 1-10cm, rund bis oval. Oft makellos und kaum von Insekten befallen.

Peridie: Schwarz, mit deutlichen, groben polygonalen Warzen.

Gleba: Meist sehr hell, nicht dunkler als olivgrünlich.

Geruch: Intensiv, angenehm, frisch-fruchtig.

Ökologie: Ab Mitte Juni etwa zu finden. Neigt im Gegensatz zur Herbstform eher dazu, an grasigen-moosigen Stellen zu wachsen, z.B. sehr gerne in Parkanlagen bei Solitärbäumen (bevorzugt Linde, Hainbuche und Eiche).

Bedeutung: Die Sommerform riecht und schmeckt deutlich weniger intensiv als die Herbst-/Winterform (Burgundertrüffel). Das wird auch an den Preisen der importierten Trüffeln deutlich.

Mikromerkmale: Asci 1-5, aber meist 2-4-sporig. Sporen elliptisch mit netz- bzw. wabenartigem Ornament und weiten Maschen. Sporen meist eher hell, oft sind auch leere Asci vorzufinden. Sporengröße: 25-30µm x 18-22µm.

Anmerkung: Die namentliche Unterscheidung dieser inzwischen zu Tuber blotii zusammengeführten Formen ist eine künstliche Unterscheidung, die vor allem noch im Handel aufrecht erhalten wird. Es handelt sich aber lediglich um unterschiedliche Entwicklungsstaddien der gleichen Art. Es ist allerdings festzustellen, dass die Sommertrüffel prinzipiell größere Fruchtkörper bildet, die weniger intensiv riechen und meist nicht zur Vollreife gelangen. Interessant ist vor allem, dass es auch zu einer leichten Habitatsverschiebung kommt. Während die Sommerform/Sommertrüffel eher in Parkanlangen, an Waldrändern und Böschungen vorkommt, lässt sich die Winter-/Herbstform vor allem im Wald finden.

Artabgrenzung: Die Bestimmung ist sehr einfach, da es im Frühsommer-/Sommer keine andere schwarze Art gibt, mit der sie zu verwechseln wäre. Die (künstliche) Abgrenzung zur Burgundertrüffel (Tuber uncinatum), zu der es bei Zyklusüberschneidungen von April bis Mai kommen kann, nimmt man über die helle/dunkle Farbe der Gleba vor.