Artportrait

Karthäusertrüffel (Picoa carthusiana) - Ascomyceten



Picoa carthusiana - Karthäusertrüffel

Fruchtkörper: 2-5 cm

Peridie: Eher glatt bis sehr feinwarzig. Dunkel bis schwarz, gelegentlich rötlicher Schimmer

Gleba: Jung weiß, später mit grünlich gescheckten Stellen, aber nicht aderig.

Geruch: In der Literatur wird von einem Geruch nach Wassermelonen berichtet, bei meinen (älteren) Exemplaren war nur ein sehr intensiver und immer schlimmer werdender Geruch zu bemerken, der sich bald in einen Gestank nach Schweinestall verwandelte. Bei einem zweiten Fund konnte ich einen süßlichen Geruch festellen, Wassermelone kann man sich dazu gut einbilden.

Ökologie: Mein Fundort deckt sich 100% mit den Angaben in der Literatur. (Sub)montane Lage, bei mir (616 NN) war es ein feuchter, moosiger Nadelwald mit Douglasien, Wegrand unter dem Schnee (Januar) bzw. im strauchigen Bereich im Moos (November). Auf Kalk.

Bedeutung: Selten. Meine Fundstelle war beim ersten Mal allerdings sehr ergiebig, zweimal im Abstand von 10 Metern, je 5 Stück (Januar 2013). Beim nächsten Fund (November 2014) war es nur ein Exemplar. Die Karthäusertrüffel soll jung roh sehr delikat sein (Black truffle of Oregon), wird im Allgemeinen als Arme-Leute-Trüffel angesehen. Ich empfand den Geschmack als durchaus interesant, aber ob man das als delikat bezeichnen kann/soll?

Mikromerkmale: Asci mit 4-8 Sporen (bei Montecchi: generell 8 Sporen), zitronenförmig, eng aneinandergeschmiegt, mit ein bis zwei Tröpfchen. Sporengröße: 60-75 x 20-35 µm.


Distinktive Merkmale: Schon makroskopisch kaum zu verwechseln durch die Größe, die dunkle glatte Peridie mit heller, nicht geaderter Gleba. Mikroskopisch unverwechselbar durch die zitronenförmigen Sporen.

Fundort: Bregenzer Wald (Österreich), 616m NN, Douglasie, Kalk. Lediglich 30km von der deutschen Grenze entfernt, sollte also auch in D vorkommen.