Artportrait

Glänzende Trüffel (Tuber rufum fo lucidum) - Ascomyceten



Tuber rufum forma lucidum - Glänzende Trüffel

Fruchtkörper: Fest und rund(lich). 1- 2,5cm. Rötlich, weinrot, dunkelrot, manchmal nahezu schwarz. Dann etwas an Tuber brumale erinnernd. Meist ist aber mindestens ein rötlicher Schimmer zu erkennen.

Peridie: In der Regel deutlich feinwarzig.

Gleba: Im Gegensatz zu Tuber rufum deutlich marmoriert.

Geruch: Geruch intensiv, deutlich angenehmer als Tuber rufum, keine Komponente von Räucherschinken, eher etwas fruchtig.

Ökologie: Auf Kalk, aber auch auf Buntsandstein. Bislang bei Kiefern, Eichen, Buchen gefunden, etwas anspruchsvoller als Tuber rufum.

Bedeutung: Speisewert unbekannt, aber wohl essbar. Nicht so häufig wie Tuber rufum, aber durchaus verbreitet.

Mikromerkmale: Asci mit 1-4 Sporen. Sporen elliptisch bis rundlich, stachelig, aber mit deutlich kürzeren Stacheln als Tuber rufum, teilweise fast nur warzig erscheinend. Sporengröße im 1er Ascus: 30µm x 23µm, 2er-Ascus: 25x20µm, 4er-Ascus: 20x15µm. Dicke Peridienschicht, hyphige Struktur.


Distinktive Merkmale: Die Art ist leicht schon im Feld anzusprechen. Die Peridie erinnert wegen der feinen Warzen an Balsamia vulgaris. Aber der Fruchtrkörper ist deutlich fester und die Gleba ist deutlich marmoriert. Damit unterscheidet sie sich auch von Tuber rufum, die normalerweise kaum marmoriert und heller orangerot ist sowie unangenehm nach Räucherschinken riecht. Mikroskopisch sind die kurzstacheligen Sporen ein Alleinstellungsmerkmal.

Anmerkung: Tuber rufum weist eine enorme Variationsbreite auf, so dass man die unterschiedlichen Formvarianten zu einer Sammelart Tuber rufum s.l. (sensu lato) zusammengefasst hat. Die hier vorliegende Art wurde lange als eigenständige Art Tuber lucidum geführt, aber 1993 von Montecchi/Lazarri zu einer Formvariante herabgestuft. Allerdings sind meines Erachtens ausreichend konstant wiederkehrende Merkmale für eine gute Art vorhanden: Feinwarzige Peridie, dunklere Farbe, marmorierte Gleba, angenehmer Geruch, kurzstachelige Sporen und eingeschränktere Ökologie.

Fundort: V.a. Mainfranken: Erlabrunn bei Würzburg, Retzstadt. Kallmuth bei Homburg.