Artportrait

Herbstrüffel / Burgundertrüffel (Tuber uncinatum) - Ascomyceten



Tuber uncinatum - Burgundertrüffel
syn. Tuber aestivum - Sommertrüffel

Fruchtkörper: 1-5cm, in Ausnahmen sogar 10cm

Peridie: Schwarz, mit deutlichen, groben polygonalen Warzen. Jung auch feinwarzig.

Gleba: Weiße / hell-ockerbraun bis dunkel-ockerbraune Aderung. In altem Zustand gelegentlich nicht mehr erkennbar.

Geruch: Intensiv, angenehm, fruchtig bis würzig. Eben burgunderartig.

Ökologie: Ausschließlich auf leicht bis stark kalkhaltigem Boden. Mit Eiche, Buche, Haselnuss, Linde.

Bedeutung: Wohl noch vor T.puberulum häufigste in Deutschland vorkommende deutsche Tuber-Art. In den passenden Gebieten extrem zahlreich, das ganze Jahr über. Dennoch erzielt die Trüffel im Internet Preise bis zu 0,96 Euro pro Gramm. Köstlicher Speisepilz.

Mikromerkmale: Asci 1-6, aber meist 2-4-sporig. Sporen elliptisch mit netz- bzw. wabenartigem Ornament und weiten Maschen. Sporengröße: 25-30µm x 18-22µm.

Taxonomie: Es wurde nachgewiesen, dass T. aestivum (Sommertrüffel) und T. uncinatum (Burgundertrüffel) lediglich unterschiedliche Entwicklungsstadien der gleichen Art sind.

Distinktive Merkmale: Von T. brumale (Wintertrüffel) makroskopisch abzugrenzen durch die deutlich grobwarzigere Peridie und insgesamt größere Fruchtkörper. Größe und Peridie von T.melanosporum (Perigord-Trüffel) sind sehr ähnlich, allerdings ist die Gleba deutlich heller (höchstens ockerbraun) als bei T.brumale und T.melanosporum. Mikroskopisch mit beiden nicht zu verwechseln, da die Sporen von T.uncinatum ein großflächig-netzartiges Ornament haben, während T.brumale und T.melanosporum stachelige Sporen haben. In der Literatur wird noch T.mesentericum (Gekröse- oder Teertrüffel) erwähnt, die ich persönlich noch nicht gefunden habe. Diese ist maroskopisch wie mikroskopisch sehr ähnlich, unterscheidet sich von T. uncinatum durch einen unangenehmen Geruch und die Tatsache, dass sie sich meist um eine basale Öffnung herumkräuselt (Name!), was bei T. uncinatum nie der Fall ist.