Bestimmung von Trüffelfunden

Die folgenden dokumentierten Funde habe ich mit meinem Hund Winnie (seit dem 3.1.2013) und später (ab Januar 2014) mit Milano gemacht. Sie werden ständig erweitert und sollen Interessierten bei der Bestimmung eigener Funde helfen. Es wird allerdings ausdrücklich keine Gewähr für die Richtigkeit der Bestimmungen sowie jegliche Angaben zur Essbarkeit übernommen.

Viele Hypogäen lassen sich mit etwas Erfahrung schon im Feld anhand äußerer Merkmale (v.a. Gleba und Geruch) bestimmen. Deshalb habe ich einen Bestimmungsschlüssel zur makroskopischen Bestimmung von Hypogäenfunden verfasst, der aber noch verbessert und weiterentwickelt wird/werden muss. Für kritische Anmerkungen bin ich dankbar. Die aktuelle Fassung steht jeweils hier zum Download zur Verfügung.

 

Makroskopischer Hypogäen-Bestimmungsschlüssel (Version 1.2)


Für Detailbescheibungen klicken Sie auf die jeweilige Trüffelart.

 

Zygomyceten: Youngiomyces multiplex



Youngiomyces multiplex (Thaxter) Yao 1995 - Zusammengesetzte Jochtrüffel (Deutscher Name aus Eigenübersetzung, da nicht herauszufinden)

Fruchtkörper: Rundlich bis elliptisch, klein, < 1,5 cm; rein weiß bis satt gelb (laut Montecchi auch rot); mit bloßem Auge gerade noch wahrnehmbar, dass der Fruchtkörper sich aus vielen kleinen Einzelteilen zusammensetzt.

Peridie: fehlend; zwischen dem Fruchtkörper-Granulat befindet sich ein teilweise stark verdichtetes Myzelgeflecht.

Gleba: Aus einzelnen kugelartigen Gebilden bestehend, jeweils mit eigener Membran; leicht voneinander zu trennen. Die Sporen sind schon mit einer Lupe zu erkennen.

Geruch: Geruch angenehm süßlich; laut Montecchi nach Karamel.

Ökologie: Mediterrane Art auf sandigen Böden. Unsere Funde stammen aus einem küstennahen Pinienwald. Wohl aber auch in der Humusschicht von Laubbäumen.

Bedeutung: Speisewert unbekannt. Im Mittelmeer-Raum wohl weit verbreitet, in Deutschland bislang nicht gefunden.

Mikromerkmale: Zygosporen typisch groß; bis zu 120 µm, rund(lich), mit dicker Außenwand.


Artabgrenzung: Anhand der aus einzelnen Kügelchen zusammengeschichteten Fruchtkörper und der hellen Farbe leicht zu erkennen und nicht zu verwechseln. Absicherung unter dem Mikroskop mittels der riesigen Zygosporen notwendig.

Funddaten: Italien (Toskana) im Februar.

Anmerkung: Bei den aus Deutschland gemeldeten Funden, die in Hypogäensucherkreisen herumgeistern, handelt es sich um deformierte Fruchtkörper von Tuber rufum, die aufgrund eines Befalls mit einem Schimmelpilz/Bakterium steril sind. Wenn also keine Sporen gefunden werden können, ist davon auszugehen, dass es sich um eine -> infizierte Tuber rufum handelt.
Dennoch sollten die Funde gut dokumentiert und herbarisiert werden oder bei Möglichkeit sogar einer DNA-Sequenzierung zugeführt werden.