Bestimmung von Trüffelfunden

Die folgenden dokumentierten Funde habe ich mit meinem Hund Winnie (seit dem 3.1.2013) und später (ab Januar 2014) mit Milano gemacht. Sie werden ständig erweitert und sollen Interessierten bei der Bestimmung eigener Funde helfen. Es wird allerdings ausdrücklich keine Gewähr für die Richtigkeit der Bestimmungen sowie jegliche Angaben zur Essbarkeit übernommen.

Viele Hypogäen lassen sich mit etwas Erfahrung schon im Feld anhand äußerer Merkmale (v.a. Gleba und Geruch) bestimmen. Deshalb habe ich einen Bestimmungsschlüssel zur makroskopischen Bestimmung von Hypogäenfunden verfasst, der aber noch verbessert und weiterentwickelt wird/werden muss. Für kritische Anmerkungen bin ich dankbar. Die aktuelle Fassung steht jeweils hier zum Download zur Verfügung.

 

Makroskopischer Hypogäen-Bestimmungsschlüssel (Version 1.2)


Für Detailbescheibungen klicken Sie auf die jeweilige Trüffelart.

 

Basidiomyceten: Setchelliogaster tenuipes



Setchelliogaster tenuipes (Pouzar 1958) - Dünnstieliger Mistpilzstäubling

Fruchtkörper: Stark heterogen, teilweise kugelig, fast geschlossen, teilweise faltig aufgebrochen; oft mit Stielresten; Größe 1-5cm.

Peridie: Keine echte Peridie. Außen häufig an Hut und vor allem am Stiel eine längsfaserig weißliche Schicht aus Hyphen; Grundfarbe des Fruchtkörpers bräunlich oder sogar deutlich rot.

Gleba: Hymenophor lamelloid bis weitporig; sehr häufig mit Columella und deutlichen Stielresten.

Geruch: Für menschliche Nasen unauffällig.

Ökologie: Ausschließlich in der Streu von Eukalytus-Bäumen. Laut Montecchi von Dezember bis Mai.

Bedeutung: Weit verbreitet. Waren bei einem Großteil der Eykalyptus-Bäume zuverlässig zu finden. Speisewert unbekannt. Für Deutschland gibt es keine dokumentierten Funde, es ist jedoch anzunehmen, dass man in botanischen Gärten mit entsprechendem Baumbestand fündig werden könnte.

Mikromerkmale: Sporen zitronenförmig, oft leicht assymetrisch, mit feinem, warzigen Ornament und dicker Außenwand. Auffälliges, kurzes Appendix; gelb bis hellbraun. 12-17µm x 7-10µm.

Artabgrenzung: Aufgrund der besonderen Form der Fruchtkörper in Verbindung mit dem Vorkommen bei Eukalyptus unverwechselbar.

Funddaten: Jeweils im Februar in Italien (Ligurien und Toscana)

Anmerkung: Es handelt sich hier um einen secotioiden Pilz, der die Entwicklung zur Hypogäe noch nicht abgeschlossen hat, so dass noch deutliche Merkmale epigäischer Pilze (Stiel, lamellige Fruchtschicht) vorhanden sind. Auch der Geruch ist noch nicht besonders stark ausgeprägt, weshalb es denkbar ist, dass die Sporenverbreitung zumindest teilweise noch über herausfallende Sporen geschieht.