Bestimmung von Trüffelfunden

Die folgenden dokumentierten Funde habe ich mit meinem Hund Winnie (seit dem 3.1.2013) und später (ab Januar 2014) mit Milano gemacht. Sie werden ständig erweitert und sollen Interessierten bei der Bestimmung eigener Funde helfen. Es wird allerdings ausdrücklich keine Gewähr für die Richtigkeit der Bestimmungen sowie jegliche Angaben zur Essbarkeit übernommen.

Viele Hypogäen lassen sich mit etwas Erfahrung schon im Feld anhand äußerer Merkmale (v.a. Gleba und Geruch) bestimmen. Deshalb habe ich einen Bestimmungsschlüssel zur makroskopischen Bestimmung von Hypogäenfunden verfasst, der aber noch verbessert und weiterentwickelt wird/werden muss. Für kritische Anmerkungen bin ich dankbar. Die aktuelle Fassung steht jeweils hier zum Download zur Verfügung.

 

Makroskopischer Hypogäen-Bestimmungsschlüssel (Version 1.2)


Für Detailbescheibungen klicken Sie auf die jeweilige Trüffelart.

 

Basidiomyceten: Sclerogaster gastrosporioides



Sclerogaster gastrosporioides (Pilát&Svrcek 1955) - Gras-Harttrüffel

Fruchtkörper: Größe: 0.5 - 1cm. Rund, wächst oft in Gruppen mit mehreren Exemplaren, die durch lange, weiße, dicke Rhizomorphen verbunden sind. Vor allem nach dem Trocknen haben die FK eine harte Konsistenz.

Peridie: Reinweiß und glatt.

Gleba: Hell gelb bis orange.

Geruch: Säuerlich, eher unangenehm.

Ökologie: Lebt als eine der wenigen Hypogäenarten saprob, zu finden auf Trockenrasen und oder steinigen Hügeln, nach Montecci auch in sandiger Humusschicht und Steppen mit Süßgräsern (Gramineae).

Bedeutung: Kein Speisewert. In Deutschland recht selten, wohl auch aufgrund der Gefährdung der mageren Standorte.

Mikromerkmale: Runde bis subglobose, am Apex abgeflachte Sporen mit deutlich warzigem Ornament. Sporengröße: 8-12µm. Die Peridie besteht unter einem Rand aus querliegenden Hyphen aus einer pseudoparenchymatischen Schicht.


Artabgrenzung: Sehr ähnlich ist Macowanites candidus, die Täublingstrüffel, die jedoch als Einzelexemplar im Wald zu finden ist und keine Myzelstränge ausbildet. In ähnlichen Habitaten wächst der namensgebende Verwechslungspartner Gastrosporium simplex, die Gemeine Steppentrüffel, deren Fruchtkörper aber deutlich weicher sind. Die Gleba besitzt außerdem nicht die leuchtenden Gelborangetöne, sondern eher quietschgelb-gräuliche Farben.Sclerogaster compactus, die Gedrungene Wollnuss, ist in normaler Ausprägung deutlich ocker-beige und laut Montecchi durch eine deutlich zweischichtige Peridie zu unterscheiden, auch wenn im Abbildungsverzeichnis von BOLLMANN, GMINDER, REIL 2007 der deutsche Name "Einschichtige Harttrüffel" (?) genannt wird.

Funddaten: 15.2.2017, Toscana. 8.9.2016, Gößweinstein (Fränkische Schweiz, Bayern). Leg/det: Gold