Bestimmung von Trüffelfunden

Die folgenden dokumentierten Funde habe ich mit meinem Hund Winnie (seit dem 3.1.2013) und später (ab Januar 2014) mit Milano gemacht. Sie werden ständig erweitert und sollen Interessierten bei der Bestimmung eigener Funde helfen. Es wird allerdings ausdrücklich keine Gewähr für die Richtigkeit der Bestimmungen sowie jegliche Angaben zur Essbarkeit übernommen.

Viele Hypogäen lassen sich mit etwas Erfahrung schon im Feld anhand äußerer Merkmale (v.a. Gleba und Geruch) bestimmen. Deshalb habe ich einen Bestimmungsschlüssel zur makroskopischen Bestimmung von Hypogäenfunden verfasst, der aber noch verbessert und weiterentwickelt wird/werden muss. Für kritische Anmerkungen bin ich dankbar. Die aktuelle Fassung steht jeweils hier zum Download zur Verfügung.

 

Makroskopischer Hypogäen-Bestimmungsschlüssel (Version 1.2)


Für Detailbescheibungen klicken Sie auf die jeweilige Trüffelart.

 

Basidiomyceten: Rhizopogon luteolus



Rhizopogon luteolus (Fries&Nordholm 1817) - Gelbbräunliche Wurzeltrüffel
syn.: Rhizopogon obtextus

Fruchtkörper: Ebenmäßige runde bis elliptische Fruchtkörper in einer Größe von 1-5 cm. Über den gesamten FK von Rhizomorphen umwickelt.

Peridie: Gelb bis ockerbräunlich, ohne rötliche Verfärbungen; auch nicht bei Druck/Reiben. Glatt bis filzig.

Gleba: Die Gleba ist einfarbig, jung hell gelblich und im Alter nachdunkelnd bis hin zu einem dunklen Olivton. Deutlich sichtbare Poren (ca. 2-5 pro mm).

Geruch: Nicht wahrnehmbar. Wird auch nur von wenigen Hunden erkannt.

Ökologie: Die Art wächst während der Sommermonate semiepigäisch bei Kiefern, auf sandigen/sauren Böden.

Bedeutung: R. luteolus wird in Spanien unter dem Namen 'nacidas' verzehrt. Wurzeltrüffeln gehören zur Röhrlingsverwandtschaft (Boletales) und werden aufgrund ihrer Eigenart, in der Reife an die Oberfläche zu kommen, auch oft von hundlosen Pilzfreunden gefunden. Wurzeltrüffeln sind mäßig verbreitet, aber auf keinen Fall selten.

Mikromerkmale: Hyaline, elliptische Sporen, die an der Basis oft leicht abgeflacht sind oder sogar wie abgeschnitten wirken. Sporengröße: 6-9µm x 2-4µm.


Artabgrenzung: Die Gattung Rhizopogon erkennt man leicht an der (bis auf wenige Ausnahmen) gelblichen Grundfarbe und dem semiepigäischen Wachstum. Die Gleba ist einfarbig (jung gelblich, in der Reife oliv) und hat deutlich erkennbare Poren. Die Sporen sind hyalin und elliptisch. R. luteolus ist schon im Feld daran zu erkennen, dass er komplett von Rhizomorphen umwickelt ist und nicht rötet (--> R. occidentalis).

Funddaten: 22.9.2015, Sommerhausen (Mainfranken). Leg/det: Gold