Bestimmung von Trüffelfunden

Die folgenden dokumentierten Funde habe ich mit meinem Hund Winnie (seit dem 3.1.2013) und später (ab Januar 2014) mit Milano gemacht. Sie werden ständig erweitert und sollen Interessierten bei der Bestimmung eigener Funde helfen. Es wird allerdings ausdrücklich keine Gewähr für die Richtigkeit der Bestimmungen sowie jegliche Angaben zur Essbarkeit übernommen.

Viele Hypogäen lassen sich mit etwas Erfahrung schon im Feld anhand äußerer Merkmale (v.a. Gleba und Geruch) bestimmen. Deshalb habe ich einen Bestimmungsschlüssel zur makroskopischen Bestimmung von Hypogäenfunden verfasst, der aber noch verbessert und weiterentwickelt wird/werden muss. Für kritische Anmerkungen bin ich dankbar. Die aktuelle Fassung steht jeweils hier zum Download zur Verfügung.

 

Makroskopischer Hypogäen-Bestimmungsschlüssel (Version 1.2)


Für Detailbescheibungen klicken Sie auf die jeweilige Trüffelart.

 

Basidiomyceten: Hydnangium aurantiacum



Hydnangium aurantiacum (Heim & Malencon 1934) - Orangegelbe Heidetrüffel

Fruchtkörper: Größe: 1 - 3 cm. Unregelmäßig geformt, mit Höckern und Falten, oft auch mit Streuteilen verwachsen. Vereinzelt sind auch kürzere Rhizomorphen vorhanden.

Peridie: Leuchtend gelb bis orange, häufig auch mit dunklen Flecken.

Gleba: Die Gleba besitzt die gleiche Farbe wie die Außenseite. Wie bei H. carneum weist auch hier die Gleba oft (aber nicht immer) feine Poren/Löcher auf, die meist einen helleren Rand haben oder gänzlich weiß ausgefüllt sind.

Geruch: Nicht mehr in Erinnerung.

Ökologie: Etwas unklar. Laut Montecchi bei Steineiche und Zypresse und anderen Laubbäumen, er empfiehlt die Art nicht als xero- oder thermophil anzusehen. Unser Fund stammt aus einer typisch mediterranen Macchia mit Ginster und angrenzenden von uns nicht näher bestimmten Eichen. Da die Art aber auch in nördlicheren Regionen (auch in Deutschland) vorkommt, muss das Habitat wohl tatsächlich etwas weiter gefasst werden.

Bedeutung: Speisewert unbekannt. In Deutschland vorhanden, aber sehr selten.

Mikromerkmale: Hyaline bis blasse Sporen mit 9-12µm Durchmesser, subglobos bis schwach elliptisch, mit kurzen, groben Stacheln in verschiedener Größe.


Artabgrenzung: Bei leuchtend gelber Ausprägung der Färbung hat sie äußerlich eine starke Ähnlichkeit mit Leucogaster nudus. Diese besitzt jedoch eine weiße Gleba. Bei leuchtend oranger Farbe besteht eine große Ähnlichkeit zu Stephanospora caroticolor, die lange ebenfalls in der Gattung Hydnangium geführt wurde. Diese hat jedoch Sporen mit deutlich ausgeprägter stacheligem Ornament, so dass die Sporen nahezu kronenartig aussehen.

Funddaten: 3.2.2016 Italien, Ligurien, Nähe San Remo. leg/det: Gold.