Bestimmung von Trüffelfunden

Die folgenden dokumentierten Funde habe ich mit meinem Hund Winnie (seit dem 3.1.2013) und später (ab Januar 2014) mit Milano gemacht. Sie werden ständig erweitert und sollen Interessierten bei der Bestimmung eigener Funde helfen. Es wird allerdings ausdrücklich keine Gewähr für die Richtigkeit der Bestimmungen sowie jegliche Angaben zur Essbarkeit übernommen.

Viele Hypogäen lassen sich mit etwas Erfahrung schon im Feld anhand äußerer Merkmale (v.a. Gleba und Geruch) bestimmen. Deshalb habe ich einen Bestimmungsschlüssel zur makroskopischen Bestimmung von Hypogäenfunden verfasst, der aber noch verbessert und weiterentwickelt wird/werden muss. Für kritische Anmerkungen bin ich dankbar. Die aktuelle Fassung steht jeweils hier zum Download zur Verfügung.

 

Makroskopischer Hypogäen-Bestimmungsschlüssel (Version 1.2)


Für Detailbescheibungen klicken Sie auf die jeweilige Trüffelart.

 

Basidiomyceten: Chondrogaster pachysporus



Chondrogaster pachysporus (Maire 1924) - Gemeine Knorpeltrüffel

Fruchtkörper: Größe: 0,5 - 1,5cm. Rund oder durch den Kontakt mit anderen Fruchtkörpern verformt. Meist in größeren, nestartigen Verbünden zu finden, in denen die FK wie in einer dichten Schutzhülle verpackt liegen. Diese "Nester" sind durch Rhizomorphen, Bodenbestandteile und Feinwurzeln miteinander verflochten.

Peridie: Glatt. Jung weißlich mit braunen Flecken, zunehmend nachdunkelnd, in voller Reife schwarz.

Gleba: Jung weiß und einfarbig, mit kleinen, gut sichtbaren Poren. In der Reife schließlich wunderschön blau marmoriert.

Geruch: Angenehm, intensiv fruchtig oder auch chemisch wirkend.

Ökologie: Wächst ausschließlich bei Eukalyptusbäumen, in der Streuschicht, aber auch auf grasigen Flächen. Von Herbst bis Frühling.

Bedeutung: Speisewert unbekannt. In Deutschland sind keine Funde bekannnt und aus Mangel an Eukalyptusbäumen auch nicht zu erwarten. Botanische Gärten wären interessante Untersuchungsgebiete. Im mediterranen Raum wohl nicht selten. Wir konnten bei etwa jeder vierten größeren Ansammlung von Eukalyptusbäumen Funde machen.

Mikromerkmale: Jung hyaline, später fein ornamentierte und durch das sich ablösende Perisporium letztendlich stark warzig erscheinende elliptische Sporen mit einer Größe von etwa 8-15µm x 5-9µm.


Artabgrenzung: Durch die einzigartige blaue Marmorierung in der Reife eigentlich nicht zu verwechseln. Die charakteristische Wuchsform in "Nestern" gibt es noch in den Gattungen Sclerogaster und Hysterangium. Letztere sind jedoch reinweiß und innen grün. In beiden Gattungen sind zudem die Fruchtkörper nicht so kompakt mit der Hülle aus Humus verwachsen. Die mikroskopische Untersuchung beseitigt die letzten Zweifel, da die Sporen bei Chondrogaster deutlich größer und deutlich stärker ornamentiert sind.

Funddaten: 3.2.2016, Ligurien. 15.2.2017, Toscana. Leg/det: Gold